Asienlager 2024
Montag, 20.05.2024 - Tag 1
38 Jungs und über 20 Mitarbeiter sind heute im asiatischen Aich-Halong eingetroffen. Diejenigen, die letztes Jahr schon als Piraten mit auf großer Fahrt waren, werden sich an den sagenumwobenen Freibeuter Ulfredo erinnern. Er war dabei, als die alte Piratenkogge nun an einem Palmenstrand im südasiatischen Meer strandete.
Unter der Regie des Kaisers wurde die ganze Meute in Aich-Halong einquartiert und Ulfredo hört nun auf den asiatischen Namen Shinichiro. Das Wort Asien kommt aus der assyrischen Sprache und bedeutet „Sonnenaufgang“.
Nach dem Bezug ihrer Kojen versammelte sich die ganze Bürgerschaft dann erstmals zur Erkundung des Lagers und anschließend unterm Fahnenmast zur festlichen Weihe des Asien-Banners. Natürlich ging es auch darum sich gegenseitig zu beschnuppern, schließlich war man in nächster Zeit auf engstem Raum miteinander unterwegs. Nach dem Abendessen erklärten einige der Altgedienten den Ablauf der nächsten Tage, unter anderem gab‘s eine Einführung in die Bibelarbeit, die sich nun täglich mit interessanten Geschichten befassen wird. Anschließend faszinierte ein weiser Mitbürger mit einer legendären Gute-Nacht-Geschichte. Zum Abschluss des Tages wurde es dann nochmals spannend bei einem Nachtgeländespiel rund um Aich-Halong.
Und dann wurde es auch Zeit zum Schlafengehen.
Dienstag, 21.05.2024 – 2. Tag
Heute war der erste ganze Tag in Aich-Halong. Nach dem Wecken rief ein Mitbürger mit seiner Trompete zum Appell, langsam krochen alle aus ihren Schlafsäcken und versammelten sich in den Zelten zur stillen Zeit mit einer kurzen biblischen Ansprache. Anschließend gab’s dann Frühstück. Die heutige Bibelarbeit befasste sich dann mit den Jesus-Worten: „Ich bin das Licht der Welt“ und der Interpretation der Schilderungen aus dem Matthäus-Evangelium.
Mittagessen gab’s heute aus der großen Suppenbar, an der die wilden Jungs die jeweilige Geschmacksrichtung wählen konnten. Weil so ein Regentag ordentlich lang sein kann, wurde dann das handwerkliche Geschick beim gemeinsamen Basteln unter Beweis gestellt. Weil Stelzenlaufen das Hobby des Kaisers ist, wurden chinesische Stelzen hergestellt, was sich wettertechnisch auch gleich bewährte – weg vom matschigen Wiesenboden. Natürlich wurde heute auch die Rikscha in Betrieb genommen. Die große Rikscha in der Mitte von Aich-Halong ist ein Geschenk des Kaisers für die Ausrichtung des diesjährigen großen Lichterfestes, dem Highlight im Asienjahr.
Dem einen oder anderen Aich-Halong-Bürger grummelte dann alsbald schon der Magen. Nun musste Shinichiro mit lautstarker Stimme die Frauen in der Küche zum Eingreifen bewegen. Und siehe da, die Asiatinnen wussten, wo der Schuh drückt und brachten der hungrigen Mannschaft eine Ladung leckerer Waffeln. Diese Fütterung steigerte die Stimmung ungemein und so war es auch bald Abend geworden.
Nach dem Abendessen, es gab lecker Grill, versammelten sich alle Aich-Halonger wieder im großen Baumhaus zum Sing- und Pray-Abend. Stargast war Trompeter Klaus Czekay, der es sich nicht nehmen ließ, extra deswegen aus dem fernen europäischen Ludwigsburg anzureisen. Er heizte die Stimmung ordentlich an und streute gekonnt biblische Inhalte aus seinem reichhaltigen Repertoire mit ein. Ein erfüllter gemeinsamer Tag neigte sich dann dem Ende zu, nun war es an der Zeit für die Geschichte vor dem Schlafengehen.
Mittwoch, 22.05.2024 – 3. Tag
Die morgendlichen Abläufe sind nun schon eingespielt, schließlich wiederholen sie sich fast täglich. Die heutige Bibelarbeit befasste sich mit Thema: Im Glauben wachsen.
Nach dem Mittagessen, es gab Nudeln mit Schinken und Sahnesoße, ging‘s zum Höhepunkt des heutigen Tages, dem großen Geländespiel: Der Kaiser ist am Boden zerstört, Barbaren haben die chinesische Mauer überwunden und seine alte Hauptstadt zerstört. Möglichst schnell sollen Häuser und Geschäfte wieder aufgebaut werden, damit das Land in altem Glanz erstrahlt. Einfache Häuser sind aber nicht schön genug für den noblen Kaiser, er legt großen Wert auf eine kunstvolle Gestaltung der Gebäude und natürlich auf einen asiatischen Stil. Daher rief er die besten Architekten im Land auf, Teams zu bilden und die Planung und den Bau der neuen Hauptstadt voranzutreiben. Die Bürger von Aich-Halong waren aufgerufen, am Wiederaufbau mitzuwirken. Der Kaiser hatte extra einen Gesandten hergeschickt, um die Teams zu bilden und anschließend zusammen mit Seiner Exzellenz und einer eigens dafür eingesetzten Jury, das Geschaffene zu bewerten und die Sieger zu küren. Nach emsigem Arbeiten waren die Bürger dann ziemlich geschafft und nach Abschluss der Aufgabe war es nun Zeit zum Abendessen.
Auf dem Programm stand heute ein Bunter Abend mit wahlweise Nachtfußball oder einer Wanderung mit leckeren Schokofrüchten. Gott sei Dank spielte das Wetter mit.
Donnerstag, 23.05.2024 – 4 Tag
Für die Frühaufsteher gab es heute, entgegen des üblichen Ablaufs, bereits Spielangebote. Alle anderen durften bis zum Brunch gegen 9 Uhr in ihren Zelten bleiben. Selbst der sonst so mürrische Sinichiro lobte Qualität und Auswahl der von den Küchen-Damen kredenzten Köstlichkeiten beim Brunch. Da die Asiaten jetzt schon einige Tagen Wind und Wetter ausgesetzt sind, wurde der Morgen bewusst entspannt gestaltet. Gut gestärkt beteiligten sich die Aich-Halonger nach dem leckeren Start an der Bibelarbeit.
Am Nachmittag war eine Reise nach Freudenstadt anberaumt. Im dortigen Panoramabad konnten sich alle dann mal ordentlich säubern und so das weitere Ausbreiten kleiner Lebewesen im Lager verhindern. Bei Wasserschlachten, Tauchgängen und vielen Spielen wurde der Tag am Schwarzwaldstrand von allen sehr genossen.
Zurück in Aich-Halong hatten sich die Jungs viel zu erzählen und so machte so manche Story beim abendlichen Hot Dog-Essen die Runde. Die Gute-Nacht-Geschichte wurde heute vorgezogen, weil es nach Einbruch der Dunkelheit einen Filmabend gab: Kung-Fu-Panda, die Action-Komödie entführte die Jungs in die chinesische Welt der Kung-Fu-Meister. Danach war den Kindern die Anstrengung des Tages anzumerken, es war Zeit sich im Schlafsack zu verkriechen.
Freitag, 24.05.2024 – 5. Tag
Heute war wieder der gewöhnliche morgendliche Ablauf angesagt: Aufstehen, stille Zeit, Frühstück und anschließend Bibelarbeit. Thema war die Entscheidung für ein Leben mit Jesus. Der Nachmittag hatte es dann wieder in sich, Sport und Spiel war angesagt. Jeder konnte das machen, was ihm am besten gefiel. Das Spektrum reichte von Fußball über Spikeball und vielem mehr bis hin zum Stelzenlaufen. Auch für das leibliche Wohl der Asiaten war mit einem offenen, gesunden Essensangebot zum Mittag und abends mit Käsespätzle bestens gesorgt.
Pünktlich um 20 Uhr begann der legendäre Casinoabend. Alle Aich-Halonger haben deswegen heute extra die Sonderveranstaltungszone von Macao aufgesucht. Schließlich ging es darum den Hauptpreis, ein Trikot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, zu gewinnen. Teilnehmer früherer Pfingstzeltlager werden sich mit feuchten Augen an dieses inzwischen zur Tradition gewordene Event erinnern. Selbst Sinichiro, der sonst in ziemlich alten, löchrigen Klamotten rumlief, erschien heute ordentlich gekleidet und mit aufgeräumter Miene. Erst spät am Abend hatte das Zocken ein Ende.
Zum Abschluss lauschten alle der inzwischen schon zum Ritual gehörenden Gute-Nacht-Geschichte. Am späten Abend versuchten Ninjas bei einem Überfall Bürger zu entführen und damit das kaiserliche Lichterfest zu verhindern. Die Aufregung war groß, aber die tapferen Aich-Halonger verhinderten den Plan und setzten die asiatischen Kämpfer fest. Jetzt konnten alle zufrieden ihre Zelte aufsuchen und von der Ehrung durch den Kaiser träumen.
Samstag, 25.05.2024 – 6. Tag
Nachdem die Crew nun schon einige Zeit gemeinsam unterwegs war und sich beim einen oder anderen erste Verschleißerscheinungen bemerkbar machten, ging man den heutigen Tag eher ruhig an. Gegenstand der heutigen Bibelarbeit war die Kraft Gottes. Dem gewohnten vormittäglichen Ablauf folgte das Mittagessen mit Gemüsereispfanne und dann wurde es höchste Zeit fürs Geländespiel, bei dem alle wieder mit Feuereifer dabei waren.
Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Nicht zu übersehen war das geschäftige nachmittägliche Treiben im Küchenzelt, wo die Asiatinnen mit der Vorbereitung der Kulinarischen Köstlichkeiten für den heutigen Festabend beschäftigt waren. Mit Fishmac, Asia-Soße, Sesam, Krabben-Chips und einem vielfältigen Obstangebot wurde man dem fernöstlichen Motto durchaus gerecht. Der letzte Abend war dann ein echtes Highligt. Diverse Programmpunkte, viel Musik und gute Gespräche bildeten den Abschluss der gemeinsamen Woche, die von guter Kameradschaft und dem Schutz Gottes begleitet war. Im Rahmen der Abendveranstaltung wurden dann auch noch ein paar altgediente Jungs, nach Erreichen der Altersgrenze, verabschiedet. Die Gute-Nacht-Geschichte durfte dann auch am letzten Abend vor dem Schlafengehen nicht fehlen.
Sonntag, 26.05.2024 – 7. Tag
Der heutige Abschlusstag begann wie gewohnt. Nach dem Frühstück hieß es dann: „Alle Aich-Halonger fertig machen“. Langsam kam schon ein bisschen Wehmut bei den Jungs auf. Ist denn tatsächlich schon alles vorbei? Wo ist denn die Zeit geblieben? Schade! Nun hieß es die Zelte zu räumen und sich für die Reise nach Hause zu rüsten. Zum Abschied stand ein gemeinsamer Gottesdienst zusammen mit den Eltern, die zwischenzeitlich eingetroffen waren, auf dem Programm. Die Teilnehmer dankten Gott für die vielen tollen Erlebnisse und den gelebten Teamgeist bei dieser großen fiktiven Reise ins fernöstliche Kaiserreich. Zur Wiedereingewöhnung an die schwäbischen Essgewohnheiten gab es anschließend warme Maultaschen für alle.
Den Abschluss bildete dann das schon zur Tradition gewordene Ritual mit der Verlosung der handgefertigten Lagerfahne. Aus den Kindern waren binnen einer Woche überzeugte Asiaten geworden. Auch Sinichiro alias Ulfredo brummte in seinen Bart, dass er das nächste Mal unbedingt wieder dabei sein wolle. Schließlich seien hier lauter gute Kumpels bzw. nette Jungs dabei, egal, ob sie sich Asiaten, Piraten, Römer oder Ritter schimpfen. Wichtig sei ihm vor allem die gelebte Gemeinschaft und die christlichen Werte, die wegweisend für die Zukunft sein mögen.
Nachwort:
Das Mitarbeiterteam bedankt sich bei allen, die zum Gelingen dieses Zeltlagers beigetragen haben. Das Spektrum der Aufgaben war groß und reichte vom Planen über das Einkaufen, Geschichten erzählen, Holz sammeln, Spiele vorbereiten, Trost spenden, Entscheidungen treffen bis hin zum Verantwortung tragen. Besonders zu erwähnen sind dabei auch die Mädels in der Küche, die mit viel Mühe und hohem Engagement dafür gesorgt haben, dass kein Aich-Halonger Bürger hungrig einschlafen musste. Wir hoffen, den Kindern aus Bad Teinach-Zavelstein samt seiner Teilorte und der Gemeinde Breitenberg, auch in Zukunft so ein gemeinsames Zeltlager anbieten zu können, auch wenn die Rahmenbedingungen, wie z. B. die Genehmigung durch den Landkreis, hierfür immer schwieriger werden.