Olympia bei den Alten Griechen 2025
Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Jeder versucht sich optimal auf die großen Wettkämpfe in Abachos, dem weltberühmten Treffpunkt der Spitzenathleten in der griechischen Welt, vorzubereiten. Die Spannung steigt von Stunde zu Stunde. An der Physis kann jetzt nicht mehr viel verbessert werden, aber auch die Ausrüstung ist wichtig, ja sie kann maßgeblich mit zum Erfolg beitragen. Deshalb geht jeder nochmals gedanklich durch, was alles von Nöten ist – bloß nichts vergessen! Auch die großen alten Griechen, die für dieses Event verantwortlich zeichnen, sind dabei ihre Pläne zum hundertsten Mal durchzugehen. Wäre ja schlimm, wenn nachher nur vier Ringe anstatt fünf über dem olympischen Dorf hingen. Wasser, Zelte, Staffelhölzer und die Medaillen, an alles ist gedacht. Das größte Ereignis unserer Zeit steht somit kurz vor dem Start und längst haben sich hunderttausende von Zuschauern weltweit auf die Reise nach Abachos, am Rande des dunklen Waldes auf rund 700 m Meereshöhe, gemacht. Nicht mehr lange – dann wird das olympische Feuer entzündet.
Tag 1 - Sonntag - 15.06.2025
So einen Ansturm wie heute Nachmittag hat das Städtchen Abachos seit der Antike sicher nicht mehr erlebt. Die Teilnehmer mit Begleitern und Betreuern und eine riesige Anzahl von Interessierten sind heute in die berühmte Stätte eingefallen. Nach der Registrierung bei den alten Griechen wurde dann erstmal das Olympische Dorf bezogen. Danach versammelte der alte Grieche Haggios alle Teilnehmer um sich und führte sie durch die antiken Sportstätten. Schließlich haben sich während der Zeit der olympischen Wettbewerbe alle an bestimmte Regeln zu halten, sowohl bei den Wettkämpfen wie auch beim gemeinsamen Leben im Dorf.
Nach dem Rundgang machten sich die Teilnehmer gegenseitig bekannt, jeder wollte ja wissen, wer vor Ort ist und an den berühmten Spielen teilnimmt. Dann war es auch schon höchste Zeit für die erste gemeinsame Mahlzeit, die von fünf fleißigen Griechinnen zubereitet wurde. Nachdem sich die Abendsonne sehr schnell hinter den Wäldern und Bergen zurückzog, stand dann wetterbedingt auch schon die erste Programmänderung auf der Tagesordnung: Casinoabend statt Nachtgeländespiel. Dabei wurde dann gleich mal ausgetestet, wie fit sich jeder fühlt und wie die Mitstreiter so drauf sind. Es wurde ordentlich gezockt bei diesem Meeting.
Spät am Abend gab es dann noch eine Gute-Nacht-Geschichte. Sie war fast so spannend wie der legendäre Casinoabend. Und dann war es höchste Zeit für den Gang ins Zelt zum Schlafengehen.
Tag 2 - Montag, 16.06.2025
Nachdem der Regen Gott sei Dank im Laufe der Nacht aufhörte, hatten die olympischen Träume freie Fahrt bis zum Morgen, ehe dann spontan einsetzender Trompetenhall die Olympioniken weckte. Meist mit zusammengekniffenen Augen wurde das erste Tageslicht wahrgenommen.
Und dann war es auch soweit, beim morgendlichen Appell wurde das Olympische Feuer in Abachos entzündet und leuchtet nun für die Dauer des Aufenthalts über die Felder der Kultstätte. Gleichzeitig wurde die berühmte Olympische Flagge mit den farbigen Ringen gehisst. Für die Jungs, die zum ersten Mal dabei waren, war dies schon ein besonderes Erlebnis. Aber auch vielen Altgedienten lief dabei ein Frösteln über den Rücken.
Die folgende stille Zeit mit einer kurzen biblischen Ansprache führte die Jungs langsam in das Tagesgeschehen ein. Anschließend gab’s lecker Frühstück, bevor es zur gemeinsamen Bibelarbeit ging. Thema war der göttliche Blick ins Herz und nicht die äußerliche Betrachtung der Menschen. Da die Ernährung ein wichtiger Faktor für erfolgreiche Wettkämpfe darstellt, wurde in der Küche des Olympischen Dorfes schon alsbald mit den Vorbereitungen des Mittagessens begonnen. Die hungrigen Teilnehmer ließen sich allesamt das mexikanische Gericht mit Hülsenfrüchten schmecken. Am Nachmittag stand dann Sport und Spiel in allen denkbaren Varianten auf dem Programm. Die jungen Kämpfer waren dabei wieder zu Höchstleistungen gefordert, aber der Spaß und die Freude waren unverkennbar. So verging die Zeit wie im Flug und die Küche sorgte mit einem reichhaltigen Abendessen für das leibliche Wohl. Nachdem die äußeren Bedingungen heute optimal waren, konnte das gestern ausgefallene Nachtgeländespiel zum Abschluss des Tages nachgeholt werden. Alle waren mit großem Eifer bei der Sache, bis es zu fortgeschrittener Stunde dann wieder Zeit für eine spannende Geschichte vor dem Schlafengehen wurde.
Tag 3 - Dienstag - 17.06.2025
Ein wunderschöner Morgen und der nun schon bekannte Trompetensound empfing die Jungs heute im Olympischen Dorf. Ansonsten wiederholten sich die Abläufe vom Vortag mit stiller Zeit, Frühstück und Bibelarbeit. Gegen Mittag kredenzten die Griechinnen der hungrigen Meute eine kräftige Kartoffelsuppe. Am Nachmittag stand olympisches Basteln mit Ioannis auf dem Programm. Er förderte hier gekonnt die Kreativität der Teilnehmer. Die Ergebnisse waren echt beachtenswert. Da Basteln durchaus anstrengend sein kann, gab’s währenddessen frische Waffeln für die Künstler. Die alten Griechen nutzten im Sinne von Olympia das gleichnamige Feuer zum Backen der sogenannten griechischen Obelios in den heißen Eisenplatten.
Nach dem Abendessen mit Gegrilltem ließ die Zeit der Stille die abgekämpften Junggriechen etwas zur Ruhe kommen. Anschließend versammelten sich alle im großen Saal des olympischen Dorfes zum Sing and Pray-Abend. Kein geringerer als der weltbekannte Trompeter Clausius, der von weit herkam (Ludwigsburg), gab sich die Ehre im antiken Abachos aufzutreten. Gekonnt heizte er die Stimmung an und streute mitunter biblische Inhalte aus seinem reichhaltigen Repertoire mit ein. Ein toller Tag neigte sich dann dem Ende zu und die Gute-Nacht-Geschichte bildete den Abschluss.
Tag 4 - Mittwoch - 18.06.2025
Für die Frühaufsteher hielten Alexis und Maximus heute Morgen schon ein Spieleangebot bereit. Die Morgenmuffel konnten sich dann bis zum Brunch um 9 Uhr Zeit lassen. Den Olympioniken gefiel das umfangreiche Essensangebot sichtlich. Das Angebot reichte von Pancakes über eine Joghurtbar bis hin zu Wraps-Röllchen, Trauben und Oliven. Aber es galt sich ja auch zu wappnen für die großen Schwimmwettbewerbe, die heute anstanden. Nachdem sich alle gestärkt hatten, ging es bei der Bibelarbeit um die Selbstbeherrschung.
Zwischenzeitlich hatten die fürs leibliche Wohl verantwortlichen Griechinnen für jeden ein Lunchpaket als Reiseproviant parat, denn die olympischen Schwimmwettbewerbe konnten in Ermangelung größerer Wassermengen nicht in Abachos ausgetragen werden. Daher wurde, wie schon in der Vergangenheit, das Panoramabad auf den Schwarzwaldhöhen angesteuert. Erste Überlegungen, die Wettbewerbe im Hafen von Korinth auszutragen, wurden aufgrund des Risikos der Umweltverschmutzung im vorgenannten Hafen durch die vielen schwitzenden Junggriechen verworfen. Tiefblauer Himmel und entsprechende Temperaturen bildeten einen gelungenen Rahmen für die nachmittäglichen Tauch-, Spiel- und Schwimmwettbewerbe. Bei so viel Euphorie waren auch gelegentliche Wasserschlachten unumgänglich. Der Tag am Schwarzwaldstrand war ein voller Erfolg und wurde von allen sehr genossen.
Zurück im antiken Abachos gab es Hot Dogs und begleitend dazu die eine oder andere Geschichte vom Tag im Wasser. „Asterix bei den Olympischen Spielen“ wurde heute Abend in der großen Arena des Olympischen Dorfes gezeigt. Logisch, dass alle, obwohl zum Teil sehr müde, beim Filmabend dabei waren. Ob die tagesabschließende Geschichte von Haggios noch jeder bewusst aufnahm, sei mal dahingestellt.
Längst hatten sich die jungen Griechen in ihren Zelten verzogen, da waren ungewohnte Geräusche im Dorf zu vernehmen. Tatsächlich hatte sich ein Fahrzeug mit Anhänger ins Dorf verirrt und die darauf transportierten Tiere waren durch eine offene Luke entwischt. Die Müdigkeit der Jungs war wie verflogen, jetzt galt es schnell aufzustehen und die wilden Kreaturen wieder einzufangen. Erst allmählich stellte sich heraus, dass sich ein paar befreundete alte Griechen einen Spaß erlaubten und als Tiere verkleidet für nächtliche Furore sorgten. Nach erfolgreichem Ende des „tierischen Überfalls“ kehrte die Nachtruhe wieder im Dorf ein.
Tag 5 - Donnerstag - 19.06.2025
Was für ein schöner Morgen in Abachos. Diese Ruhe, diese ländliche Idylle rund um das Olympische Dorf, eine Stimmung fast wie im Märchen. Die ersten Unentwegten haben sich bereits gefunden, aber der Großteil wartete auf das inzwischen gewohnte Wecksignal der Trompete. Alexis samt Gefolge motivierte zum Tagesstart mit einer Frühsporteinlage – einfach so zum Warmlaufen für einen weiteren erlebnisreichen Sommertag im heißen Abachos. Die folgende stille Zeit bis zum Frühstück nutzten manche dann auch zur Selbstfindung. Anschließend traf man sich zur gemeinsamen Bibelarbeit. Heute ging es darum, dass Schuld und Vergebung in der Verbindung mit Gott unmittelbar zusammengehören.
Nach dem Mittagessen, es gab ein offenes Speiseangebot mit Gemüsesticks samt Dip, Saitenwürstle und Obst, war dann mal wieder Action angesagt. Sport- und Spiel stand auf dem Programm. Jeder konnte machen, was ihm am besten gefiel. Das Spektrum reichte von Fussball über Spikeball etc. bis zu hin zu Koch- und Workshops. Die im Kreis der Jungköche kreierten Omeletts fanden dann schnell Abnehmer. Die beschauliche Ruhe des Morgens, wie bereits zitiert, war jetzt einem lautstarken Treiben und Toben gewichen. Die sommerlichen Temperaturen ließen dabei den Getränkeverbrauch gewaltig in die Höhe schnellen. Das immer weiter steigende Thermometer machte eine Wasserschlacht dann unumgänglich. Nach so viel körperlichem Einsatz war das Abendessen mit schwäbischen Käsespätzle höchst willkommen, schließlich mussten die Kohlenhydratspeicher der jungen Griechen wieder aufgefüllt werden.
Am heutigen Abend war eigentlich der legendäre Casinoabend geplant gewesen, aber dieser fand ja aufgrund des Regenwetters bereits am Montag statt. Also war der Bunte Abend vom vergangenen Dienstag übrig, zu dem Kallektos und Marcos in der Dämmerung einluden. Die Olympiateilnehmer hatten dabei die Wahl zwischen Nachtfussball oder einer spannenden Schnitzeljagd mit leckerem Stockbrot zum Finale. Zum Tagesende war dann Haggios mit seiner von vielen schon sehnsüchtig erwarteten Geschichte gefordert.
Tag 6 - Freitag - 20.06.2025
Heute gestaltete sich der morgendliche Ablauf wie folgt: trompetenbedingtes Aufstehen, eine Sporteinlage in Spielform, stille Zeit, Frühstück. Die Bibelarbeit war dann der Bedeutung von Freundschaft im Glauben gewidmet. Nach dem Mittagessen mit Gemüsereis aus der Chefkochpfanne wurde es höchste Zeit fürs Geländespiel, bei dem ein Bauwerk mit den olympischen Ringen entstand. Den Olympioniken war anzumerken, dass es langsam aber sicher dem Endspurt entgegen ging. Die anfänglich vorhandene Nervosität war längst professioneller Gelassenheit und Coolness gewichen. Jeder war bereit nochmals alles zu geben, um dann bei der am Abend anstehenden Schlussfeier für Olympia bei den alten Griechen mit gutem Gefühl unter Freunden zu weilen.
Gemäß dem uralten olympischen Gedanken: Citius, Altius, Fortius oder eben dabei sein ist alles! Ein Indiz für das große Abendereignis war auch das geschäftige Treiben in der Küche des Olympischen Dorfes. Die Griechinnen bereiteten den gesamten Nachmittag über die kulinarischen Köstlichkeiten vor für den festlichen Abschluss am Abend vor. Unter anderem gab es Fishmac mit genialer Souce und diverse Obstvarianten. Verschiedene Programmeinlagen, viel Musik sowie allerlei Spiele sorgten für beste Unterhaltung bei der Sommerabendveranstaltung. Im Rahmen dieses finalen Events wurden auch ein paar altgediente Jungscharler wegen Erreichen der Altersgrenze mit einem Geschenk geehrt und würdig verabschiedet. Obendrauf gab’s dann noch eine Portion Crêpes.
Selbstverständlich folgte nach Einbruch der Dunkelheit dann wieder eine Gute-Nacht-Geschichte vom Feinsten. Die letzte Nacht im Olympischen Dorf war hereingebrochen! Den Kumpels, die vor zweit Tagen den „tierischen Überfall“ vornahmen, muss es anscheinend gut gefallen haben, denn kaum war es richtig dunkel, da waren sie schon wieder im Dorf und trieben ihren Schabernack. Für die gewieften, Olympia erfahrenen Junggriechen aber kein Problem, der Lage Herr zu werden. Dann ging es aber endgültig in den warmen Schlafsack.
Tag 7 - Samstag - 21.06.2025
Der letzte gemeinsame Tag begann wie gewohnt. Nochmals hallte der inzwischen liebgewonnene Trompetenhall durch das Olympische Dorf. Den eingeborenen Siedlern von Abachos wird nach dem Ende der Olympischen Spiele sicher etwas fehlen. Dem einen oder anderen Junggriechen war schon eine gewisse Wehmut anzumerken. Ist Olympia bei den alten Griechen den wirklich schon vorbei? Aber andererseits war auch allen die Freude anzumerken, dass bald Eltern, Großeltern, Geschwister und sonstige Nahestehende zum abschließenden gemeinsamen Gottesdienst eintreffen werden, um dem Herrn für die tolle gemeinsame Zeit zu danken. Und so kam es dann auch, die Besucherzahl im Olympischen Dorf toppte die, die zu Beginn der Olympiade attestiert wurde. Jeder versuchte noch ein halbwegs schattiges Plätzchen zu ergattern, um denn geistlichen Worten und natürlich den Berichten vom Leben bei Olympia zu lauschen.
Die Teilnehmer waren sehr dankbar, für alles, was man in dieser Woche zusammen erfahren durfte: für die tollen Freundschaften, für das kameradschaftliche Miteinander, für das fast immer schöne Wetter und dafür, dass keine größeren Verletzungen auftraten. Die Zeitreise zu den Olympischen Spielen bei den alten Griechen war ein großartiges Erlebnis und ist jetzt endgültig Geschichte. Nach dem traditionellen gemeinsamen Maultaschenessen, bei dem wie jedes Jahr auch die Lagerfahne verlost wurde, hieß es dann: Tschüss Olympia, tschüss Abachos!
Nachwort:
Das Mitarbeiterteam bedankt sich bei allen, die zum Gelingen dieses Zeltlagers beigetragen haben. Die Planungs-, Genehmigungs- und Organisationsaufgaben für so eine Veranstaltung sind inzwischen gewaltig und ohne das engagierte Miteinander im Team, aber auch durch die Mithilfe und Unterstützung von Ehemaligen und Gutgesinnten, wäre das Ganze nicht zu realisieren. Fast das gesamte Führungsteam hat Urlaubstage investiert und jeder einzelne davon war bereit eine hohe Verantwortung zu übernehmen. Das haben wir alle gerne und aus Überzeugung gemacht. Gleichzeitig danken wir den Eltern und Erziehungsberechtigten, dass Sie uns Ihre Kinder für diese erlebnisreichen Tage überlassen haben – das ist in heutiger Zeit sicher keine Selbstverständlichkeit mehr. Danke für Ihr Vertrauen! Wir sind bemüht auch künftig so ein Pfingstlager für die Kinder anzubieten, wenn es die bereits oben zitierten Rahmenbedingungen zulassen. Uns persönlich ist es wichtig, Werte und Erfahrungen, in deren Genuss wir als Kinder selbst kamen, an die nächste Generation weiterzugeben. Dazu gehört auch das Wort Gottes.